Was eine Mandelentzündung mir über Krankenkasse und eSIM beigebracht hat
Die letzten Tage waren ruhiger als geplant, ich hatte eine Mandelentzündung mit Fieber und dazu noch tagelang kaum brauchbares Internet. Beides zusammen hat mir noch mal klargemacht, wie wichtig zwei eigentlich unspektakuläre Dinge im Auswandern-Alltag sind.
Die Mandelentzündung
Es war mitten in der Nacht, kurz nach 5 Uhr morgens, als es mir richtig schlecht ging, Fieber, Halsschmerzen, keine Energie. Meine Freundin ist sofort aufgestanden und hat mich ins Krankenhaus gefahren, obwohl sie selbst um 8 Uhr schon wieder arbeiten musste. Sie wollte danach sogar einen ganzen Tag freinehmen, nur um zu schauen, ob es mir besser geht.
Genau das ist etwas, das ich an der Kultur hier so sehr mag. Die Menschen nehmen sich wirklich Zeit für dich, versuchen dich tatsächlich zu verstehen und wollen das Beste für dich, oft noch mit einem Lächeln dabei. Das war einer der Momente, an denen mir das besonders bewusst wurde.
Warum eine gute Krankenkasse zählt
Dass eine gute Auslandskrankenversicherung Gold wert ist, hatte ich ja schon bei meiner Knieverletzung gemerkt. Diesmal ist mir aber noch was anderes klar geworden, wie einfach das ganze System eigentlich ist, wenn man es richtig aufsetzt.
Ich hab die Rechnung im Krankenhaus direkt über meine Advanzia-Karte bezahlt, die Unterlagen an Genki geschickt, und nach drei Tagen war das Geld schon wieder auf meinem Konto. Das Praktische daran: weil Advanzia erst am Monatsende abrechnet, musste ich mir nie wirklich Sorgen machen, das Geld war längst zurück, bevor überhaupt eine Zahlung fällig wurde. So mach ich das inzwischen generell, Krankenkassenkosten oder andere größere Ausgaben erstmal über die Karte vorstrecken, weil ich weiß, dass sich das am Ende des Monats sowieso ausgleicht.
Die eSIM-Odyssee
Parallel dazu lief bei mir seit Tagen das Internet nur im Schneckentempo. Mehrere eSIM-Anbieter, die ich vorher genutzt hatte, haben nach 5 GB einfach gedrosselt, und zwar so stark, dass an Arbeiten nicht mehr zu denken war. Erst durch meine Freundin bin ich auf trueH gestoßen, einen lokalen Anbieter, deutlich günstiger als die internationalen eSIM-Apps. Ich zahle jetzt 30 € im Monat statt vorher 50 €, habe unlimitiertes Internet, eine eigene thailändische Nummer und kann sogar SMS schreiben. Kein Nachdenken mehr darüber, wie viel Datenvolumen noch übrig ist.
Was die Tage sonst noch gezeigt haben
Zwischendurch, als es mir schon wieder etwas besser ging, sind mir die Lebenshaltungskosten hier nochmal richtig aufgefallen. Ein Buffet für 99 Baht, ein Abendessen für 80 Baht, umgerechnet zwischen 2 und 2,50 € pro Person. Mit Deutschland ist das schlicht nicht vergleichbar.
Was ich daraus mitnehme
Die Tage haben mich ausgebremst, aber vielleicht auch genau die Ruhe gebracht, die ich gebraucht hätte. Ich bin dankbar für all das, was ich hier gerade lerne, vieles davon durch meine Freundin, die mir hilft, mich in Koh Samui zurechtzufinden, von der Krankenhausfahrt bis zur richtigen eSIM.